Forschungsvorhaben (seit 2013): 


-  Makroinvertebraten der Wasserstellen in der Transaltai Gobi 

-  Nahrungsanalyse beim Gobibär

-  Zur Biologie des Rhabarbers (Rheum nanum)

- Bodenwirbellosenfauna der Transaltai Gobi


Monitoring von Großsäugetierarten mittels automatischer Kameras

 

Im Jahr 2016 wurde die Kameraüberwachung von Großsäugern in Tsagaaan Bogd Gebirge zum ersten Mal über das ganze Jahr durchgeführt. Es wurden an 7 Standorten  41 Fotofallen und 5 Videokameras mit HD-Auflösung eingesetzt. Die Batterien und Speicherkarten wurden alle zwei Monate gewechselt. Aus diesem Grunde mussten im Jahr 2016 insgesamt sechs Reisen in die Transaltai Gobi durchgeführt werden. Die zusätzlichen Fahrkosten wurden teilweise im Rahmen eines Projektes von der Nationalen Universität der Mongolei (NUM) übernommen.

 

Im Untersuchungszeitraum wurden in den Fotofallen 311.707 Aufnahmen, davon 12.969 Tieraufnahmen registriert. Die Daten werden derzeit weiter ausgewertet. An den sieben Standorten wurden 13 Säugetierarten registriert, die größer als ein Tola-Hase sind. Die meisten Arten sind sehr seltene Arten und sind charakteristisch für zentralasiatische Wüsten (Tab.1).

 

Tabelle 1. Anzahl der Aufnahmen an den einzelnen Standorten im Tsagaan Bogd Gebirge im Jahre 2016.

 
  

  
  

Standort

  
  

Dauer der Überwachung

  
  

Gesamt-aufnahmen

  
  

 

Tieraufnahmen

  

   1  

Altan Tevsh 

 

   300 Tage

  

   50   488

  

   1407

  

   2

Belchir 

  

   300 Tage

  

   32   774

  

   510

  

   3

Muhar zadgai 

  

   300   Tage

  

   111   617

  

   2555

  

   4

Suuj bulag 

  

   300 Tage

  

   42   198

  

   344

  

   5

Hatuu bulag 

  

   300 Tage

  

   12   788

  

   1526

  

   6

Heh ders 

  

   300 Tage

33   849

  
  

   6530

  

   7

Hutsiin shand 

  

   300 Tage

  

   27   996

  

   97

   


   

Insgesamt

 

    

311 707

12 969 

 

Seit April 2016 wurden zusätzlich fünf Videokameras im HD Format an einigen Standorten des Tsagaan Bogd Gebiets installiert. Während des Jahres konnten damit Videoaufnahmen von seltenen Großsäugern, darunter Aktivitätsszenen vom Gobiäer, aufgenommen werden.  

Es wurden im Jahr 2016 insgesamt 13 Säugerarten aus 7 Familien registriert. Unter den 13 Arten werden nach den globalen IUCN Kriterien zwei Arten als critical endangered (CR), eine Art als endangered sowie drei Arten als vulnerable (Vu) eingestuft (Tab. 2). 


Tabelle 2. Liste der mit Fotofallen aufgenommenen Säugetierarten und deren Status 

  

No

  

  

Wissenschaftlicher Name

  

  

Deutscher Name  

  

IUCN regional

  

  

IUCN global

  

  

 

  

  

Family Canidae

  




  

1

 

  

Canis lupus

  

  

Wolf

  

  

NT

  

  

LC

  

  

2

  

  

Vulpes vulpes

  

  

Rotfuchs

  

  

NT

  

  

LC

  

  

 

  

  

Family Felidae

  




  

3

  

  

Felis sylvestris

  

  

Wildkatze

  

  

DD

  

  

LC

  

  

4

  

  

Lynx lynx

  

  

Eurasischer Luchs

  

  

NT

  

  

NT

  

  

5

  

  

Otocolobus manul

  

  

Pallas' Katze

  

  

NT

  

  

NT

  

  

6

  

  

Uncia uncia

  

  

Schneeleopard

  

  

EN

  

  

EN

  

  

 

  

  

Family Ursidae

  




  

7

  

  

Ursus arctos gobiensis

  

  

Gobbär

  

  

CR

  

  

CR

  

  

 

  

  

Family Equidae

  




  

8

  

  

Equus hemionus

  

  

Asiatischer Wildesel 

  

EN

  

  

VU

  

  

 

  

  

Family Camelidae

  




  

9

  

  

 Camelus bactrianus

  

  

Wildkamel

  

  

EN

  

  

CR

  

  

 

  

  

Family Bovidae

  




  

10

  

  

Gazella subgutturosa

  

  

Kropfgazelle

  

  

VU

  

  

VU

  

  

11

  

  

Capra sibirica

  

  

Sibirischer Steinbock

  

NT

  

  

LC

  

  

12

  

  

Ovis ammon

  

  

Argalischaf

  

  

EN

  

  

VU

  

  

 

  

  

Family Leporidae

  




  

13

  

  

 Lepus tolai

  

  

Tolahase  

  

LC

  

  

NE

  
   

Es fällt auf, dass alle Arten außer Tola-Hase und Rotfuchs regional oder global gefährdet sind. Das ist eine klarer Beweis dafür, dass die Transaltai Gobi zu einer der letzten und bedeutendsten Refugien vom Großsäugern im zentralasiatischen Raum gehört.


Es wird nicht nur das Vorkommen einzelner Arten bestätigt, sondern wurden auch ganzjährig Daten gewonnen über räumliche Verteilung, Populationsbestand, Raumnutzung, Sozialverhalten sowie den Jahresverlauf von biologischen Parametern (Haarwechsel, Paarungszeit, Geburt usw.) einzelner Arten und die Bedeutung der Wasserstellen für die Großsäuger im Jahresverlauf. Die Daten werden weiter ausgewertet.

 

Derzeit beschäftigen wir uns mit der Vorbereitung von wissenschaftlichen Artikeln über die bis jetzt ausgewerteten Daten der Fotofallenaufnahmen aus den Jahren 2013, 2014 für ein Fachjournal.


 (Text: Samiya/Battogtokh; Mai 2017)